Schnecken

Schnecken - Garten


Wer kennt das nicht, Schnecken im Garten sind eine Plage. Sie fressen unser mühsam angebautes Gemüse im Beet und alles was ihnen in den Weg kommt. Dabei machen Sie keinen Unterschied zwischen Nutzpflanzen und Unkraut. Sie fressen einfach was ihnen Schmeckt und wenn möglich auch Ihre Artgenossen.

Schnecken bilden in unseren Breiten meistens nur eine Generation pro Jahr aus. Durch unterschiedliche Lebensräume entwickeln sie sich schneller oder langsamer. Sie sind Zwitter, und besitzen weibliche und männliche Geschlechtsorgane gleichermaßen. Somit paaren Sie sich gegenseitig und anschließend legt jede Schnecke Eier ab. Schnecken und deren Eier brauchen gleichermaßen viel Feuchtigkeit. Deshalb verstecken Sie sich in der Erde und kommen nur abends oder bei Regen aus der Erde heraus. Gerade im Beet erfreuen Sie sich am immer feuchten Gartenboden und an den pflanzlichen Leckerbissen. Ist dann noch ein Versteck in der Nähe sind das die idealen Vorraussetzungen für Schnecken.

Es gibt im Garten nur ein paar wenige schädliche Schneckenarten. Unter anderem sind alle Gehäuseschnecken harmlos. Die größten Schäden werden fast immer durch so genannte "Nacktschnecken" verursacht.

Was kann man dagegen tun? Auf jeden fall sollte man das Beet möglichst schneckenfeindlich gestalten.

Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Jede Bodenbearbeitung schadet den Schnecken und reduziert deren Aktivität. Boden fein Bearbeiten, damit möglichst wenige Hohlräume entstehen.
  • Am Morgen bewässern, damit der Boden schneller abtrocknet. Lieber auf einmal viel Wasser geben und in größeren Zeitabständen, als täglich wenig. Gezielte Wassergaben direkt zur Pflanze anstatt Flächenbewässerung.
  • Nach jedem Regen sofort die verschlämmte Erde leicht lockern, damit es keine Risse gibt. Das wären ideale Tagesverstecke für die Schnecken.
  • Kräftige, abgehärtete Jungpflanzen setzen.
  • Empfindliche Gemüse- und Blumensorten nicht in direkter Nachbarschaft von Wiesen und Gebüschen anpflanzen. Nachbarliche Wiesen oder zumindest ein Wiesenstreifen kurz gemäht halten.
  • Gemüse- und Blumenbeete an eher trockenen, sonnigen Standorten anlegen.
  • Schneckenzäune sind teuer, aber auch wirkungsvoll.
  • Bretter, Plastik u.ä. nicht längere Zeit am Böden liegen lassen (ist idealer, feuchter Unterschlupf).
  • Keine Ernteabfälle auf dem Boden liegen lassen.
  • Nistplätze und Verstecke schaffen für die natürlichen Feinde der Schnecken (Igel, Spitzmaus, Blindschleiche, teilweise Vögel usw.).

Wie kann ich Schnecken bekämpfen?

  • Einsammeln der Schnecken am Abend, frühmorgens und an Regentagen. Mit auf den Boden gelegten alten Brettern, nassen Tüchern oder Rhabarberblätter kann man sie leicht ködern.
  • Heute sollten nur noch Schneckenkörner auf der Basis von Eisenphosphat (z.B. Ferramol) verwendet werden. Eisenphosphat kommt im Boden natürlich vor. Nachdem die Schnecken davon gefressen haben verlieren sie an Appetit, verkriechen sich im Erdreich und sterben. Solche Schneckenkörner sind für Igel, Haustier und Mensch absolut ungefährlich. Gemüse und Früchte können nach einer allfälligen Anwendung sofort verzehrt werden. Schneckenkörner auf der Basis von Metaldehyd sollten nicht mehr eingesetzt werden. Sie sind für viele Nützlinge eine Gefahr, weil sie die vergifteten Schnecken fressen und damit das Gift in sich aufnehmen.
  • Bierfallen (ein bis zum Rand eingegrabener Becher gefüllt mit Bier) eignen sich nur für kleine Flächen z.B. innerhalb eines Schneckenzauns. Sehr gute Resultate werden im Februar/März erzielt, wenn das Nahrungsangebot noch sehr klein ist. Während der eigentlichen Vegetationsperiode sollten Bierfallen nicht mehr verwendet werden, da der Biergeruch Schnecken von weit her anzieht.
  • Eine geringe Wirkung haben Schutzringe von z.B. Asche, Sägemehl, Holzhäcksel usw. um die gefährdeten Pflanzen. Die Wirkung ist gut, solange diese Stoffe trocken bleiben, in Verbindung mit Feuchtigkeit geht sie verloren.
  • Die so genannte "Schneckenbrühe" stinkt fürchterlich und soll Schnecken vertreiben. Aus hygienischen Gründen darf sie nicht über essbare Pflanzenteile, z.B. Salat gegossen werden. "Schneckenbrühe" veranlasst Schnecken, in eine bestimmte Richtung zu wandern. Darum empfiehlt es sich, mit der Brühe nur Duftmarken zu setzen. "Schneckenbrühe" wird mit toten Schnecken und Wasser 10 Tage angesetzt. Zum Gebrauch verdünnen.

Eine alte Methode ist das zerschneiden von Schnecken im Garten. Das dezimiert wohl den Ist - Bestand. Zerschnittene Schnecken locken aber andere Schnecken von weit her an. Sie werden sehr gerne von den Artgenossen gefressen.

Selbstverständlich lassen sich nicht alle Bedingungen realisieren. Nur schon ein paar von ihnen können das Schneckenproblem stark reduzieren. Die beste Wirkung wird in Kombination von verschiedenen Maßnahmen erzielt.